Teilnehmer German Padel Masters 2013

German Padel Masters 2013

 

Am vergangenen Wochenende wurde in Köln das German Padel Masters abgehalten. Das “Masters” ist das sportliche Highlight der German Padel Series, eine Turnierreihe, die vom Deutschen Padel Verband und den Padel-Standorten Deutschlands veranstaltet wurde und in diesem Jahr ihre zweite Auflage erlebte.

Wie auch im letzen Jahr traten zu diesem Event die Sieger der vorangegangenen Qualifikationsturniere an. Bei den Herren waren es derer bereits sieben Events (2x Berlin, Bernau, Frankfurt, Köln, München, Trier) bei den Damen, die wir im Kreise der Series neu begrüßen dürfen, zwei (Frankfurt, Köln). Komplettiert wurde das Herren-Teilnehmerfeld, bestehend aus 8 Teams, über die in diesem Jahr ebenfalls neu aufgesetzte Rangliste des Deutschen Padel Verbands.

Austragungsort des diesjährigen German Padel Masters war die Anlage von padel colonia, die ihre beiden Courts für das Turnier-Wochenende zur Verfügung stellte. Nachdem von vielen Spielerinnen und Spielern der Freitag bis in die späten Abendstunden und auch der frühe Samstagmorgen für letzte Trainings-Einheiten genutzt wurden, sammelten sich auch die letzten Masters-Teilnehmer pünktlich um 9:30 Uhr zur Auslosung der beiden Gruppen der Herren. Als Gruppenköpfe waren die Titelverteidiger und Führenden der Rangliste Fabian Schmidt und Justus Herbert gesetzt, ebenso sowie Ex-Padel-Profi Mauricio Muñoz Martinez und der Kapitän der holländischen Nationalmannschaft Marcel Bogaart. Daraus ergaben sich nach der Auslosung folgende Gruppen, die jeweils untereinander zwei Teams für den Einzug ins Halbfinale ausspielten:

HERREN
 
GRUPPE A GRUPPE B
Justus Herbert & Fabian Schmidt Marcel Bogaart & Mauricio Muñoz Martinez
Florian Niederlöhner & Benedikt Dorsch Joost Snellink & Berend Boers
Coen Beltman & Peter Bruijsten Hendrik Plikat & Lars Bosselmann
Javier Gomez & Ralf Stoffers Hernan Cortes & Felix Roth
Teilnehmer German Padel Masters 2013

hinten: Muñoz Martinez, Bogaart, Gomez, Stoffers, Roth, Cortes, Niederlöhner, Schmidt, Plikat
vorne: Beltman, Bruijsten, Snellink, Boers, Bosselmann, Dorsch, Herbert

Es war herrlich angerichtet

Die Atmosphäre war der eines Masters würdig: die Luft war klar und frisch, der Kaffee und die Waffeln schmeckten und es versprach ein sonniger Tag zu bleiben! Um 10 Uhr begannen die ersten Spiele. Gruppe A betrat als erstes die beiden Courts und gab den Startschuss für den Anblick exzellenten Padels. Im Verlauf des Tages wurde allen Zuschauern klar, dass sich für dieses Event tatsächlich die besten Padel-Spieler versammelt hatten. Lange, packende Ballwechsel mit spektakulären Schlägen und taktischen Finessen bei denen wurde deutlich, dass die Spieler bereits mehrere Trainings-Stunden auf dem Padel-Court verbracht haben müssen. Mit Blick auf bevorstehende internationale Events freuten sich auch die Verantwortlichen im Verband über die hohe Qualität in den Reihen der deutschen Spieler. Es war wirklich ein sehr starkes Niveau vertreten beim diesjährigen Masters.

Klare Verhälnisse in Gruppe A

In Gruppe A wurden Justus Herbert und Fabian Schmidt, die die Qualifikationsturniere bei Padel Frankfurt und Sportscheck München gewinnen konnten, ihrer Favoritenrolle gerecht. Ihre ersten beiden Gruppenspiele gegen Javier Gomez und Ralf Stoffers (Gewinner bei “Play The Wall”, Berlin) und Coen Beltman und Peter Bruijsten (Qualifikanten über Rangliste) gewannen sie jeweils in zwei Sätzen. Ebenso die Sieger bei Padel Chiemgau in Bernau: Benedikt Dorsch und Florian Niederlöhner gaben gegen gleiche Teams keinen Satz ab. Bevor es jedoch zum Spiel um den Gruppensieg kam, mussten Herbert/Schmidt wegen Verletzung passen. Das Match um Platz Drei in Gruppe A konnten Beltman/Bruijsten gegen Gomez/Stoffers für sich entscheiden.

Fotofinish in Gruppe B – knappe Entscheidung über Einzug ins Halbfinale

In Gruppe B wurde es kurios. Die erste Überraschung gelang den Holländern Joost Snellink und Berend Boers, die in drei Sätzen über ihren Landsmann Marcel Bogaart und den Argentinier Mauricio Muñoz Martinez triumphieren konnten. Das war ein dicker Paukenschlag direkt zu Beginn der Gruppenspiele, mit dem sie selbst nicht gerechnet hatten. Aber ihr Sieg war verdient: kontinuierlich wurden hoch gespielte Bälle mit unglaublicher Power aus dem Court geschmettert. Kein Lob des Gegners schien gut genug, die beiden gingen immer volles Risiko und hatten meistens Erfolg. Zum Wohle der begeisterten Zuschauer. Diese Stärke wurde jedoch von Lars Bosselmann und Hendrik Plikat jedoch genauestens analysiert, die deshalb im anschließenden Aufeinandertreffen auf Lobs komplett verzichteten. Stattdessen wurden die permanent angreifenden Holländer mit scharfen flachen Bällen bedient, was sie schier zur Verzweiflung zu bringen schien. Fehler schlichen sich ein. Doch auch hier musste der dritte Satz entscheiden, in dem Bosselmann/Plikat jedoch die Oberhand behielten.
So kämpften drei Teams bis zum letzten Match um den Einzug ins Halbfinale. Noch vor dem letzten Gruppenspiel kamen die Mathematik-Experten auf den Plan und rechneten sämtliche möglichen Szenarien aus. Alles deutete auf eine sehr knappe Entscheidung hin. Im letzten Match spielten dann Muñoz Martinez/Bogaart gegen Bosselmann/Plikat ein langes, umkämpftes Match 6:2, 4:6, 6:1. Da nun drei Teams alle gegeneinander ein Match gewonnen und eines verloren hatten und dazu noch jedes Match über drei Sätze ging, konnte erst der Blick auf die Differenz der gewonnenen und verlorenen Spiele darüber entscheiden, wer am Folgetag im Halbfinale weiterspielen durfte. Am Ende waren es tatsächlich nur zwei Spiele(!), die den Holländern den kleinen Vorteil bescherte, der zum Weiterkommen reichte. “Unfassbar!”, lächelten Lars Bosselmann und Hendrik Plikat, die so etwas auch noch nicht erlebt hatten, trugen es jedoch mit sehr sportlicher Fassung.

Damen debütieren beim Padel Masters

Um 15:30 Uhr stießen die Damen zum German Padel Masters hinzu. Bei den Qualifikationsturnieren in Köln und Frankfurt lösten folgende Teams ihr Ticket für das Masters:

LADIES
Gundula Schnabl & Anke Meyer
Coletta Bullach & Madeline Bosnjak
Hellmich & Philippen
Bartels & Besó
20120242

Bosnjak, Bullach, Philippen, Hellmich, Meyer, Schnabl, Besó, Bartels

Hier wurde der nächste Meilenstein in der Geschichte des Deutschen Padel Verbands gesetzt. Zum ersten Mal traten die Damen im German Padel Masters an. Dementsprechend viel Prestige stand auf dem Spiel und das machte sich auch auf den Courts bemerkbar. Kein Ball wurde verschenkt, um jeden Punkt wurde gekämpft, umso spannender die Matches. Miriam Bartels und Lucia Besó zeigten aufopferungsvollen Einsatz an der Filzkugel, der an diesem Wochenende aber leider ohne zählbaren Erfolg blieb. Den Einzug ins Finale wurde unter den anderen drei Teams ausgemacht, die sich alles abverlangten. Wie eng es dabei teilweise zuging zeigt ein Blick auf die Ergebnisse. Nachdem Gundula Schnabl und Anke Meyer alle ihre Gruppenspiele gewinnen konnten standen sie als erstes Finalistinnen fest. Das Drehbuch hätte nicht besser geschrieben werden können, denn für den verbleibenden Platz im Endspiel kam es im letzten Gruppenspiel zwischen Anna Hellmich und Meike Philippen gegen Coletta Bullach und Madeline Bosnjak zum großen Padel-Krimi. Ein äußerst ausgeglichenes Match auf hohem Niveau, bei der die kleinste Schwächephase der Gegnerinnen eiskalt ausgenutzt wurde. Die Zuschauer hatten oft Grund zum Applaudieren, es war ein offener Schlagabtausch, den Coletta und Madeline am Ende in zwei knappen Sätzen gewinnen konnten.

Finals unter den Augen von Marc-Kevin Goellner

In den Halbfinals der Herren trafen Herbert/Schmidt auf das argentinisch-holländische Duo Muñoz Martinez/Bogaart. Zwei packende Sätze, mit sehr knappen und langen Spielen entschieden die Titelverteidiger am Ende für sich und schafften erneut den Einzug ins Finale des German Padel Masters. Parallel spielten Niederlöhner/Dorsch gegen die strahlenden Holländer Snellink/Boers, die bis zu Beginn des dritten Satzes gegen äußerst konstante Münchner ordentlich mithielten, dann aber in der Schlussphase des Matches etwas kraftlos wirkten und sich am Ende 4:6, 7:6, 1:6 geschlagen geben mussten. Damit durften sich die zahlreichen Zuschauer auf der Anlage von padel colonia auf ein deutsch-deutsches Endspiel der Herren freuen.

Siegerinnen des German Padel Masters 2013: Coletta Bullach und Madeline Bosnjak

Geehrt von Marc-Kevin Goellner:
Coletta Bullach und Madeline Bosnjak

Unter den Augen von Ex-Tennisprofi und Davis-Cup-Sieger von 1993 Marc-Kevin Goellner starteten die Finals um den begehrten Titel “German Padel Master 2013″. Die Damen legten vor. Auf dem Court trafen jugendliche Physis auf jahrelange Padelexpertise. Coletta Bullach und Madeline Bosnjak überzeugten mit Power und Ausdauer. Dagegen hielten Anke Meyer und Gundula Schnabl, die das Padelspiel in Spanien verinnerlichten, mit Taktik und Köpfchen. Es war ein Genuss beiden Teams zuzuschauen. Für diese Leistung und diese Spannung hätte man durchaus Eintritt verlangen können! Am Ende zollte die Kondition bei Gundula und Anke ihren Tribut und nach drei langen Sätzen und gefühlten Stunden verwandelten Coletta und Madeline ihren ersten Matchball zum 4:6, 6:3 und 6:0.

adidas vergibt Ausrüstervertrag an Sieger des German Padel Masters

Sieger des German Padel Masters 2013: Florian Niederlöhner und Benedikt Dorsch

Florian Niederlöhner und Benedikt Dorsch – geehrt von Marc-Kevin Goellner und adidas

Das Finale der Herren war der erwartete Leckerbissen des Turniers. Die Anhängerschaften beider Lager unterstützten ihre Schützlinge lautstark und neutrale Zuschauer wussten nicht mit wem sie sympathisieren sollten. Denn beide Teams spielten bemerkenswert starkes Padel mit absolut feinstem Spielverständnis. Umso größer war das Bedauern, dass das Match vorzeitig abgebrochen werden musste. Fabian Schmidt, der mit einem leichten Infekt ins Turnier gegangen ist, bekam Mitte des zweiten Satzes erneut starke Kreislaufbeschwerden und zog die gesundheitliche Reißleine. Doch dies war die einzig richtige Entscheidung, der alle Anwesenden ihren größten Respekt zollten.
Der Titel geht somit in diesem Jahr an die Newcomer aus München Florian Niederlöhner und Benedikt Dorsch, die während des gesamten Turniers mit starker Leistung auf sich aufmerksam gemacht haben. Ein absoluter Gewinn für den Padlsport in Deutschland, sieht auch Sportartikelhersteller adidas, der die beiden mit einem einjährigen Ausrüstervertrag ausstattet.

Die diesjährige German Padel Series war nicht nur aus sportlicher Sicht ein voller Erfolg. 2013 spielten in zehn Turnieren insgesamt 164 Spieler (140 Männer, 24 Frauen). Das ist nach der zweiten Auflage der Series ein fantastischer Stand, auf den wir im nächsten Jahr hervorragend aufbauen können. Unser besonderer Dank geht deshalb an die Unterstützung der einzelnen Padel-Standorte. Nur durch eine solche gute Zusammenarbeit konnten wir den Sport in Deutschland weiter nach vorne bringen. Zudem freuen wir uns auch im nächsten Jahr die Beziehungen zu adidas als Ausrüster und Wilson als Sponsor für Bälle und Preise weiter zu vertiefen.

Ergebnisse:

HERREN
 
GRUPPE A  
Herbert/Schmidt vs. Bruijsten/Beltman 7:6, 6:1
Niederlöhner/Dorsch vs. Gomez/Stoffers 6:3, 7:5
Herbert/Schmidt vs. Gomez/Stoffers 6:1, 7:5
Niederlöhner/Dorsch vs. Bruijsten/Beltman 6:0, 6:3
Gomez/Stoffers vs. Bruijsten/Beltman 1:6, 4:6
Herbert/Schmidt vs. Niederlöhner/Dorsch 0:6, 0:6
GRUPPE B  
Muñoz Martinez/Bogaart vs. Snellink/Boers 6:2, 1:6, 4:6
Bosselmann/Plikat vs. Cortes/Roth 6:0, 6:0
Muñoz Martinez/Bogaart vs. Cortes/Roth 6:0, 6:0
Bosselmann/Plikat vs. Snellink/Boers 4:6, 6:2, 6:4
Cortes/Roth vs. Snellink/Boers 0:6, 6:0
Muñoz Martinez/Bogaart vs. Bosselmann/Plikat 6:2, 4:6, 6:1
HALBFINALE  
Niederlöhner/Dorsch vs. Snellink/Boers 6:4, 6:7, 6:1
Herbert/Schmidt vs. Muñoz Martinez/Bogaart 7:6, 6:4
FINALE  
Niederlöhner/Dorsch vs. Herbert/Schmidt 6:4, 2:1 ret.
DAMEN
 
GRUPPENSPIELE  
Schnabl/Meyer vs. Bullach/Bosnjak 7:5, 6:4
Bartels/Besó vs. Hellmich/Philippen 2:6, 1:6
Hellmich/Philippen vs. Schnabl/Meyer 3:6, 6:4, 3:6
Bullach/Bosnjak vs. Bartels/Besó 6:2, 6:1
Schnabl/Meyer vs. Bartels/Besó 6:0, 6:2
Hellmich/Philippen vs. Bullach/Bosnjak 4:6, 5:7
FINALE  
Bullach/Bosnjak vs. Schnabl/Meyer 4:6, 6:3, 6:0